Christoph Schmid-Denkmal in Dinkelsbühl, 1859

1855 stellte die Stadt Dinkelsbühl mit 25 Unterschiften bei König Maximilian II. von Bayern den Antrag auf Genehmigung eines Christoph von Schmid-Denkmals. In aller Ausführlichkeit beschrieben sie den "großen Mann der Neuzeit". Die Antwort aus München lautete: "Seine Majestät haben der Stadt Dinkelsbühl die allerhöchste Bewilligung zu ertheilen geruht".

1856 begannen die Zuständigen der Stadt Dinkelsbühl mit einem Spendenaufruf, der an rund 130 Städte geschickt wurde. Über die Regierung in Ansbach gelangte dann im Juli ein Schreiben des Bildhauers Max Widnmann nach Dinkelsbühl, in dem der Verfasser berichtet, dass er im Frühjahr eine Skizze Christoph von Schmids modelliert hatte, „in dem Bestreben (seine) Verdienste so bestimmt als möglich auszusprechen".

Nach einigem Hin und Her kam es am 18. Mai 1857 zu einer Vereinbarung im Rathaus Dinkelsbühl, die jedoch letztendlich von Seiner Majestät dem König in München abhing. Widnmann sollte nach seinen vorgelegten Skizzen ein Gipsmodell anfertigen, das 6 Fuß hoch, eine Tiefe von von 2 Fuß 7 1/2 Zoll und eine Breite von 3 Fuß 6 Zoll haben sollte. Dafür sollte der Bildhauer sechs Monate Zeit haben und als Honorar 1400 Gulden erhalten.

Am 29. Juni 1858, nach einer weiteren Verzögerung wegen gesundheitlicher Probleme Bürgermeister Schoberths, hat sich der Gesamtausschuss für das Modell von Professor Max von Widnmann entschieden.

Feierliche Enthüllung: 12. Oktober 1859

Die feierliche Enthüllung des Schmid-Denkmals fand am 12. Oktober 1859 in Dinkelsbühl statt, zu der unter anderem auch Pfarrer Unhold einige Worte sprach, wie zum Beispiel auch folgenden Trinkspruch:

"Drum wenn's im eigenen Herzen thaut,
sein Glas zum Rande füll' er,
und stoße an und rufe laut:
Hoch! Widnmann und Miller!"

Der gesamte Festablauf ist in der Schrift "Die Enthüllungsfeier des Denkmals für den Jugendschriftsteller Christoph von Schmid zu Dinkelsbühl am 12. Oktober 1859 (Augsburg 1859)" nachzulesen.

Wer war eigentlich Christoph Schmid?

Johann Christoph Friedrich von Schmid kam am 15. August 1768 in Dinkelsbühl auf die Welt und verstarb 1854 im hohen Alter von 86 Jahren an den Folgen einer Cholera-Erkrankung. Er studierte Theologie, war römisch-katholischer Priester und Schriftsteller von Kirchenliedern und Kinderbüchern. Zu den heute noch bekanntesten Liedern zählt das Weihnachtslied "Ihr Kinderlein kommet". 1827 wurde er Domkapitular in Augsburg und Verwalter des Schulwesens. Von König Ludwig I. von Bayern wurde Schmid 1837 in den Adelsstand erhoben.

Max von Widnmann notierte in seinen Erinnerungen zu Dinkelsbühl:

"In München angekommen, kam der Bürgermeister Schubert von Dinkelsbühl zu mir, um einen Vertrag zur Herstellung eines Denkmals für Christoph Schmid abzuschließen, zu dem ich schon früher eine Skizze entworfen hatte. Auf seine Einladung begab ich mich nach kurzem Aufenthalt in München nach Dinkelsbühl, um wegen des Platzes, auf dem das Denkmal aufgestellt werden sollte, Bestimmung zu treffen. Bei meinem kurzen Aufenthalt daselbst verhandelte ich mit dem Bürgermeister Schubert und Pfarrer Unold. Die alte Reichsstadt Dinkelsbühl, die zugleich die Geburtsstadt meines Großvaters von mütterlicher Seite war, hatte einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht, namentlich ist die dortige katholische Pfarrkirche ein sehr schönes gothisches (sic) Gebäude."

Steckbrief

Christoph Schmid

Künsterische Schöpfung: 1857
Guß:
1858. Erzgießerei Ferdinand von Miller, München
Feierliche Enthüllung:
12.10.1859
Auftraggeber: Stadt Dinkelsbühl
Maße: ca. 175 cm hoch
Standort: Marktplatz in Dinkelsbühl