Figur des Dinkelbauern im Dinkelbauerbrunnen in Dinkelsbühl, 1868

Am 2. Oktober 1864 wollte der Magistrat von Dinkelsbühl zwei bestehende Brunnen durch neue ersetzen. Bei einem der beiden handelte es sich um eine Neuschöpfung für den Platz vor der St. Georgs Kirche. 1865 fiel die Entscheidung für einen gotischen Brunnen. Fertig gestellt wurde er am 6. Mai 1866 und aufgestellt Mitte August auf dem Platz nordwestlich des Hauptportals der St. Georgs Kirche. Ein wichtiger Teil des Brunnens jedoch fehlte noch: die Statue.

Am 1. April 1865 entschied man sich für den Dinkelbauern als Brunnenfigur. Erst zwei Jahre später wurde mit Hilfe einer angefertigten Zeichnung Akademieprofessor Max von Widnmann bei der Brunnenfigur zur Beratung aufgesucht. Widnmann erklärte sich bereit, ein Modell zum Preis von 500 Gulden anzufertigen. Da Widnmann für Dinkelsbühl schon ein Denkmal schuf, das Christoph von Schmid-Denkmal, ging er mit dem Preis auf Bitten des Bürgermeisters sogar noch auf 350 Gulden herunter. Schließlich erhielt Widnmann am 24. März 1867 den Auftrag zur Herstellung eines Dinkelbauermodells. Als er fertig war, wurde das Modell in Wasseralfingen gegossen und im Mai 1868 in der Laterne des Brunnens aufgestellt. 

Der Brunnen stand nur 60 Jahre, denn 1926 beschloss der Verwaltungssenat den sofortigen Abbruch des Brunnens wegen Baufälligkeit. Die Brunnenfigur, der Dinkelbauer, wurde im gleichen Jahr auf einen steinernen Sockel postiert und im Stadtpark aufgestellt, wo er noch heute zu sehen ist.

Wer war eigentlich der Dinkelbauer?

Eine Version geht so: Der fromme Dinkelbauer, der auf seinen Äckern das Dinkelgetreide erntete, errichtete eine kleine Kapelle, die er – zusammen mit seinem Hof – an  vorbeikommende Karmelitermönche verschenkte. Sie bauten daraufhin hier ihr Kloster auf, bei dem nach und nach Dinkelsbühl als Ansiedlung entstand. Deshalb feierten die Mönche den Dinkelbauer als Kloster- und Stadtgründer.

Steckbrief

Dinkelbauerfigur

Gegossen in Bronze: 1868
Aufgestellt: im Mai 1868
Auftraggeber: Stadt Dinkelsbühl
Urspünglicher Standort: nordwestlich des Hauptportals der St. Georgskirche
Jetziger Standort der Brunnenfigur: Stadtpark Dinkelsbühl