Friedrich von Schiller-Standbild, 1863,
in München

Im Auftrag König Ludwig I. von Bayern fertigte Max von Widnmann ein Denkmal für Friedrich von Schiller an. Ferdinand von Miller goss die überlebensgroße Figur in Bronze. Auf Wunsch des Königs schuf Widnmann Schiller im zeitgenössischen Gewand und mit langem Mantel. In der rechten herabhängenden Hand hält Schiller einen Lorbeerkranz, die linke Hand ruht auf der Brust. Als Vorlage für den Kopf diente die Schiller-Büste von Johann Heinrich von Dannecker. Die Vorderseite des Sockels trägt die Inschrift FRIEDRICH VON SCHILLER und die Rückseite ERRICHTET VON LUDWIG I KOENIG VON BAYERN MDCCCLXIII. Am 9. Mai 1863, dem Todestag Schillers, wurde das Standbild enthüllt.

Das Stadtbauamt München veranlasste im Februar 1863 die Vorarbeiten, die Fundamentierung und die Errichtung des Piedestal. Maurermeister Bürkel und Steinmetzmeister Heinrich Blum waren dafür zuständig. Mitte April 1863 stand der Unterbau des Schiller-Denkmals.

Foto links: Schiller-Standbild an seinem urspünglichen Standort; © Bildarchiv Foto Marburg.
Foto rechts: Detail des Sockels; © Herbert Stolz.

Privat finanziert von König Ludwig I. von Bayern

Steinmetzmeister Heinrich Blum erarbeitete, nach einer nicht erhaltenen Zeichnung Leo von Klenzes, das Piedestal aus Untersberger Marmor. Klenze richtete sich bei der Größe auf Ludwigs Wunsch nach den Piedestalen von Orlando di Lasso und Christoph Willibald Gluck. Nach Hans Reidelbach kostete das Denkmal 12.320 Gulden.

König Ludwig I. ließ Schillers Standbild auf die Grünanlage zwischen der Ausmündung des Maximiliansplatzes und der Briennerstraße setzen. Diese Grünanlage gibt es heute so nicht mehr. Sie befand sich ungefähr am Übergang des heutigen Maximiliansplatzes zum Platz der Opfer des Nationalsozialismus. Dort wurde das Schillerdenkmal 1863 errichtet. Im Jahre 1959 zog es um zirka 100 Meter weiter – an das Nordostende der Maximiliansplatzanlagen.

Stahlstich aus Zeitungsausschnitt um 1863.

Steckbrief

Friedrich von Schiller

Ursprünglich enthüllt: 9. Mai 1863, Grünanlagen zw. Maximiliansplatz und Briennerstraße
Jetziger Standort: Maximiliansplatz
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Standbildhöhe: 3,23 m
Stufen/Material: Untersberger Marmorkalk
Sockel/Material: Granit aus dem Bayerischen Wald
Sockel/Maße: 1,53 m x 1,53 m x 3,05 m
Standbild: Kellerbronze
Inschrift: „Friedrich | von | Schiller“ (Vorderseite des Sockels); „Errichtet | von Ludwig I | Koenig von Bayern | MDCCCLXIII.“ (Rückseite des Sockels)