Zweiter Stiftungszweck: Maximilian von Widnmanns Andenken wahren und seinen künstlerischen Nachlass sichern

Wer war Maximilian von Widnmann?

Welches bildhauerische Erbe hat er uns hinterlassen? Wie lebte und arbeitete es sich als Bildhauer im 19. Jahrhundert unter König Ludwig I. von Bayern, Maximilian II. Joseph, Ludwig II. und Prinzregent Luitpold von Bayern in München?

Fotos: Max von Widnmann und seine Signatur. © Anneliese Senger Stiftung

Die Zeit unter König Ludwig I. von Bayern war stadtplanerisch und architektonisch eine der spannendsten für München. „Ich werde nicht ruhen, bis München aussieht wie Athen!“, so schrieb es der König in sein Regierungsprogramm. Ab den 1820er Jahren verwandelte sich München in eine große Baustelle: Klassizistische Straßenzüge und Plätze wurden erschaffen, neue Prachtbauten und Standbilder in Auftrag gegeben.

Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze hatten als Architekten und Stadtplaner des Königs alle Hände voll zu tun. Als Vorbilder sind Städte der römischen und griechischen Antike zu sehen, ebenso der italienischen Renaissance. Ludwigstraße, Siegestor, Staatsbibliothek, Odeonsplatz, Briennerstraße mit Königsplatz, Pinakotheken, Ruhmeshalle, ... sie alle und noch einige mehr gehen auf König Ludwig I. von Bayern zurück. Nicht zu vergessen seine imposanten Gedenkhallen auf Anhöhen oberhalb der Donau: Die Befreiungshalle bei Kelheim (nahe Regensburg) und die Walhalla bei Donaustauf (nahe Regensburg) sowie das Pompejanum in Aschaffenburg, um die Wichtigsten zu nennen.

So erkundigte sich König Ludwig I. im Jahr 1863 in einem Brief an den Hofarchitekten Leo von Klenze, ob er einen Bildhauer in München kennen würde, der es so gut wie Widnmann verstünde, Bildsäulen in Thon zu bearbeiten. Worauf Klenze ihm antwortete:

„ ... er kenne in München keinen anderen, der für Figuren im klassischen Stil so geeignet sei wie Widnmann.“

(aus: Brief vom 20.3.1863 in Hubert Glaser, Ludwig I. – Leo von Klenze, München 2011)

Fotos: Max von Widnmann. © Anneliese Senger Stiftung

Max von Widnmann in Erinnerung halten

Die Anneliese Senger Stiftung bemüht sich nun, all die kleinen, zum Teil weit zerstreuten Mosaikstücke des Lebens Max von Widnmanns wieder zu einem ganzen Bild zusammenzulegen, diese der Öffentlichkeit Preis zugeben und das Erinnern an diesen fleißigen und erfolgreichen Bildhauer aufrecht zuhalten.
Der Antrieb Anneliese Sengers dazu liegt auf der Hand: Die Stifterin ist die Urenkelin des Bildhauers.

1812

Maximilian Carl Widnmann kam am
16. Oktober 1812 in Eichstätt als sechstes von sieben Kindern zur Welt. Seine Eltern waren der Arzt Dr. Dr. Franz Seraph Amand Widnmann und Maximiliana (geb. Pöckhl). Sein Vater war seit 1798 Gerichtsarzt und später auch ein Pionier der Homöopathie. 1817 wurde er Leibarzt des Herzogs von Leuchtenberg, Fürst von Eichstätt. Ihn betreute er bis zu seinem Tode.

1824

Im Herbst 1824 – Max war bereits zwölf Jahre alt – verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach München, da der Herzog seine Tage hauptsächlich dort verbrachte und seinen Leibarzt nicht missen wollte. Bis dahin besucht Max Widnmann das Eichstätter Gymnasium.

1828

1828 bekam er die Erlaubnis an der Königlichen Akademie der Künste in München zu studieren, er wurde Schüler von Konrad Eberhard und Ludwig Michael von Schwanthaler.

1836-39

In diesen Jahren reiste er nach Italien, besuchte die Stadt Rom, wo er – Dank seiner Förderer – den damals schon bekannten Kopenhagener Bildhauer Bertel Thorwaldsen kennen lernte, sich mit ihm anfreundete und bei ihm seine Studien fortsetzte.

1839

Nach seiner Rückkehr arbeitete Max Widnmann als freischaffender Künstler. Er konnte die Gunst König Ludwig I. von Bayern gewinnen, was zahlreiche Aufträge des Königs zu kolossalen Standbildern mit sich brachte.

1848

Im Jahre 1848 wurde Max Widnmann vom akademischen Kollegium einstimmig zum Nachfolger Schwanthalers vorgeschlagen und als Professor an die Kunstakademie gerufen. Dazu kamen auch zahlreiche Aufträge von König Ludwig I. von Bayern.

1887

1887 ernannte Prinzregent Luitpold von Bayern Max von Widnmann zum Ritter der bayerischen Krone. So kam der Künstler in den persönlichen Adelsstand. Zudem ging er im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand.

1895

Widnmann starb im Alter von 82 Jahren, am 3. März 1895 in München.