Ruhmeshalle in München und ihre Büsten

Die Münchner Ruhmeshalle an der Theresienwiese wurde erbaut, um ein patriotisches Denkmal in Bayern und für Bayern zu errichten. So schrieb König Ludwig I. von Bayern 1833 einen Architekturwettbewerb aus, zu dem Friedrich von Gärtner, Leo von Klenze, Joseph Daniel Ohlmüller und Georg Friedrich Ziebland eingeladen wurden. Die Eckdaten und Bedingungen für den Wettbewerb waren: der Standort oberhalb der Theresienwiese, Platz für etwa 200 Büsten und kein Abbild der Walhalla. 1834 fiel dann die Entscheidung – angeblich aus Kostengründen – auf den Entwurf Klenzes. Der König war von Klenzes Entwurf beeindruckt, aber ganz besonders gefiel ihm die geplante Kolossalstatue – die Bavaria. So schrieb er dazu: „Nur Nero und ich können solche Kolosse erbauen“. Fertig gestellt war die Ruhmeshalle dann im Oktober 1853. Die kolossale Bavaria (54 Fuß hoch, Piedestal 30 Fuß hoch) wurde von Ludwig von Schwanthaler entworfen und modelliert, von Ferdinand von Miller in der Königlichen Erzgießerei gegossen, aufgestellt und
am 9. Oktober 1850 enthüllt.

Büsten ruhmreicher Männer

Zeitgleich mit Planung und Erbauung der Ruhmeshalle wurden auch einige Bildhauer mit der Fertigstellung von Büsten beauftragt. So erhielt auch Max von Widnmann um 1840 über Ludwig von Schwanthaler die Aufträge, folgende Köpfe von „Ruhmesgenossen“ zu modellieren:

Holbein, Hans der Ältere, Maler, geb. 1450, gest. nach 1505;
die Büste ist modelliert und ausgeführt von Max von Widnmann.

von Fr(e)undsberg, Georg, Feldobrist, geb. 1475, gest. 1529;
die Büste ist modelliert und ausgeführt von Max von Widnmann.
Inzwischen in die Walhalla umgezogen.

Amberger, Christoph, Maler, geb. 1540, gest. 1568;
die Büste ist modelliert und ausgeführt von Max von Widnmann.

Orlando di Lasso, Tondichter, geb. 1520, gest. 1594;
die Büste ist modelliert und ausgeführt von Max von Widnmann.

von Herwart, Johann Georg, churbaner. Kanzler, Staatsmann und Gelehrter, gest. 1622; die Büste ist modelliert und ausgeführt von Max von Widnmann; im Krieg zerstört.

 

Auszug aus den schriftlichen Erinnerungen Widnmann:

„Einige Tage nach der Audienz erhielt ich durch Schwanthaler den Auftrag die Büste Georg von Frundsbergs zu machen. Ich hatte keine rechte Freude an der Arbeit, besonders weil es mir etwas gänzlich neues und ungewohntes war, eine Büste nach einem Kupferstich zu machen und als einzige Quelle, an die ich mich zu halten hatte, mir ein Stich in der sog. Ambraser Sammlung zugewiesen wurde, der mir nur geringen Anspruch auf gute Ähnlichkeit machen zu können schien. Und so gelang denn auch dieser erste Auftrag nicht zum Besten und hatte nicht das Glück den Beifall Schwanthalers zu erringen, dem ich die Arbeit zuerst zeigte. Ich verwarf daher die erste Büste und beschloß ein neues Modell zu machen.“

 

Steckbrief

Georg von Fr(e)undsberg

Fertig gestellt: 1840
Standort: Ruhmeshalle, München
Im 2. Weltkrieg zerstört
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Material: Marmor
Inschrift: „Gemacht von | Max Widnmann | München 1840“

Hans Holbein der Ältere

Fertig gestellt: 1849
Standort: Ruhmeshalle, München
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Material: Marmor
Inschrift: „Hanns Holbein D. Ältere | Maler“ (Vorderseite); „Max Widnmann | München 1849“ (linke Seite)

Christoph Amberger

Fertig gestellt: 1848
Standort: Ruhmeshalle, München
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Material: Marmor
Inschrift: „Christoph Amberger | Maler“ (Vorderseite); „Max Widnmann | München 1848“ (link Seite)

Orlando di Lasso

Fertig gestellt: 1843
Standort: Ruhmeshalle, München
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Material: Marmor
Inschrift: „Roland de Lattre | Genannt Orlando di Lasso | Tonsetzer“ (Vorderseite); „Max Widnmann | München 1843“ (linke Seite)

Johann Georg von Herwart/Hörwarth

Fertig gestellt: 1844/48
Im Krieg zerstört
Standort: Ruhmeshalle, München
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Material: Marmor