In Würzburg: Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn-Standbild, 1847

Im Sommer 1844 erhielt Maximilian von Widnmann von König Ludwig I. von Bayern seinen ersten größeren Auftrag: Er sollte eine 10 ½ Schuh hohe Statue des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn für Würzburg herstellen. Damals war ein Fuß in Bayern ca. 292 mm lang – die Fußlängen variierten je nach Region. Erst 1875 wurde das Fußmaß aufgegeben und die internationale Meterkonvention übernommen.

Erster selbstständiger Auftrag

Widnmanns Freude über diesen Auftrag war groß und wurde nur dadurch getrübt, als König Ludwig I. ihm lediglich 1200 fl (Gulden) dafür zahlen wollte. Der Auftraggeber war durchaus bekannt dafür, dass er geringe Honorare zu zahlen pflegte. Doch sollte diese geringe Bezahlung fortan die Regel für Widnmanns Arbeit bleiben.

Gegossen wurde das Echter-Denkmal in der königlichen Erzgießerei Ferdinand von Millers. Miller schrieb 1847 zu dieser Arbeit: "Ich habe die Ornamente matt und glänzend ciseliert, wodurch eine prachtvolle Wirkung dem Metall abgewonnen wurde."
(aus: Die Millers, Aufbruch einer Familie, Angelika Mundorff, Eva von Seckendorff, München 2006)

 

Wer war Julius Echter von Mespelbrunn?

Geboren 1545 in Mespelbrunn, gestorben 1617 in Würzburg war er ab 1573 bis zu seinem Tode Fürstbischof von Würzburg und Herzog in Franken. Er ließ zahlreiche Schulen und Kirchen bauen, war mit bei der Gründung der Würzburger Universität und dem Juliusspital als Hospital beteiligt. Doch führte er auch eine harte Gegenreformation an, wodurch zahlreiche Protestanten aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Auch war er treibende Kraft der Hexenverfolgung.

Steckbrief

Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn

Ursprünglich enthüllt: 1847 vor dem Juliusspital in Würzburg
Auftraggeber: König Ludwig I. von Bayern
Standbild/Material: Bronze
Maße: 10 ½ Schuh hoch